Wann haben wir begonnen, unseren Wert an To-do-Listen zu messen?
- Petra Sternkopf
- 10. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Kennst du das auch?
Der Tag ist fast vorbei und in deinem Kopf läuft eine innere Liste ab:
Ich habe gearbeitet. Ich habe die Wäsche gewaschen. Ich war einkaufen. Ich habe gekocht. Ich habe geputzt.
Und plötzlich fühlt sich der Tag nur dann gelungen an, wenn diese Liste möglichst lang ist.
Je mehr wir geschafft haben, desto zufriedener sind wir mit uns selbst.
Je weniger wir geschafft haben, desto schneller schleicht sich das Gefühl ein, nicht genug gewesen zu sein.
Doch wann haben wir eigentlich begonnen, unseren Wert an erledigten Aufgaben zu messen?
Ist es unsere Gesellschaft? Sind es Erwartungen, die wir übernommen haben? Die Familie, das Umfeld oder der ständige Vergleich mit anderen?
Irgendwann leben wir nur noch im „Ich muss noch …“.
Ich muss noch dies erledigen.
Ich muss noch jenes schaffen.
Ich muss noch funktionieren.

Und dabei verlieren wir oft den Kontakt zu der wichtigsten Frage überhaupt:
Was möchte ich eigentlich?
Nicht: Was muss ich?
Sondern: Was tut mir gut? Wer bin ich, wenn ich einmal nichts leisten muss?
Diese Antworten finden wir selten im Lärm des Alltags.
Nicht zwischen Terminen, Nachrichten, Radio, Fernsehen oder den Gedanken, die unaufhörlich um das nächste To-do kreisen.
Sie zeigen sich in den stillen Momenten.
Wenn wir beginnen, uns kleine Ruheinseln zu schenken.
Wenn wir einen Spaziergang machen, ohne Ziel.
Wenn wir einfach nur atmen.
Wenn wir den Mut haben, einen Moment nichts zu tun.
Denn genau dort wird sie wieder hörbar.
Diese leise Stimme in uns.
Die Stimme, die nicht drängt.
Die nicht bewertet.
Sondern liebevoll fragt:
„Wie geht es dir eigentlich?“
Vielleicht beginnt genau dort der Weg zurück zu uns selbst.
Nicht mit mehr Tun.
Sondern mit mehr Sein.

Herzimpuls
Vielleicht brauchst du heute nicht noch eine weitere Aufgabe auf deiner Liste.
Vielleicht braucht dein Herz einfach fünf Minuten Stille.
Fünf Minuten, in denen du nichts leisten musst.
Nur da sein.
Denn manchmal entstehen die wertvollsten Antworten genau dann, wenn wir aufhören, ständig nach ihnen zu suchen.
Frage an dein Herz
Wann hast du dich das letzte Mal wertvoll gefühlt, ohne vorher etwas leisten zu müssen?
Gedanke
Wir wurden oft darauf trainiert, unseren Wert daran zu messen, wie viel wir schaffen.
Doch dein Wert entsteht nicht durch das, was du erledigst.
Er war schon immer da.



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